Biet-O-Matic (BOM)
BOM Anwender

Entwicklung

 
Geschichte

 

Der Erfinder und seine Idee

Damit er nachts auch mal wieder schlafen konnte und nicht wegen auslaufender Auktionen die Zeit vor dem Rechner verbringen musste, entwickelte Joachim Schlesmann im Sommer 2001 das Programm "AutoEBay“(AE) – ein einfaches Programm, das zur rechten Zeit Gebote auf Auktionen abgeben konnte. Nachdem immer mehr Freunde und Bekannte das kleine Programm haben wollten, wurde es im November 2001 als Shareware angeboten.

 

 

Joachim Schlesmann

 

Die Group

Um den Usern, die AE benutzen, sowohl Hilfestellungen zu diesem Programm zu geben als auch Änderungen des Programms mitteilen und weitergeben zu können, wurde von Joachim im Februar 2002 eine Support-Group in den Yahoo-Groups eingerichtet. Hier hatten auch die User untereinander die Möglichkeit, sich gegenseitig zu helfen und eigene Wünsche einzubringen.

 

 

Die Umbenennung des Programms  

Das Programm erfreute sich zunehmender Beliebtheit und sollte auch von einer PC- Zeitschrift veröffentlicht werden. Die Anwälte der Zeitschrift baten darum, den Programmnamen so zu ändern, dass keine Namensrechtsverletzung mehr beklagt werden konnte .. so wurde AE im Juni 2002 zu Biet-O-Matic (kurz: BOM) und die Supportgroup entsprechend zu BOMInfo umbenannt.

 

 

Die Abmahnung

Mit einer (damals kostenfreien) Abmahnung im Oktober 2002 seitens eBay.de wurde es Joachim untersagt, weiterhin „eine Software zu verkaufen, die automatisiert bei eBay.de bieten kann“. Diese Abmahnung ging auch an andere Anbieter von Bietprogrammen und wurde von vielen unterzeichnet.

Auf Anraten seines Anwaltes entschloss sich Joachim, BOM entsprechend umzuprogrammieren: Er entfernte die Voreinstellung auf ebay.de, was zur Folge hatte, dass das Programm seitdem nicht mehr in der Lage ist, von sich aus bei eBay.de zu bieten. Das neue BOM wurde zu diesem Zeitpunkt auch Freeware, durfte also von jedermann kostenfrei eingesetzt werden. Joachim hoffte, der Abmahnung seitens eBay.de damit genügend entgegengetreten zu sein – denn schliesslich wurde das Programm verschenkt und nicht mehr verkauft und bei eBay.de bieten konnte es auch nicht.

Es liegt also seitdem in der Verantwortung des jeweiligen Benutzers, BOM entsprechend für die Benutzung bei einem Auktionshaus einzustellen.

 

 

Die Einstweilige Verfügung (EV)

Ungeachtet dessen, dass Joachim dementsprechende Änderungen vorgenommen hatte, erwirkte eBay.de gegen Joachim am 02.12.2002 eine einstweilige Verfügung (EV) am Landgericht Hamburg, nach der es Joachim untersagt wurde, BOM weiterhin anzubieten. Die EV wurde ohne vorherige Anhörung erwirkt, da BOM angeblich den Geschäftsbetrieb von eBay.de störe. Als Konsequenz darauf entfernte Joachim die Downloadmöglichkeiten von seiner Homepage und startete eine Spendenaktion, um die Gegenklage finanzieren zu können. Gleichzeitig klagte er gegen die EV von eBay, die Verhandlung dagegen fand erst am 05.02.2003 statt.

Hier einige Auszüge aus dem EV- Antrag von eBay: (kursiv, mit Kommentaren):


«Durch die buchstäblich "in letzter Sekunde" erfolgende Abgabe des Gebotes wird - von wenigen theoretischen Ausnahmen einmal abgesehen - sichergestellt, dass andere gleich hohe Gebote keine Chance haben und das unter Verwendung der "Biet-O-Matic" Software automatisch erzeugte Gebot den Zuschlag erhält.»


Aha... Wenn jemand anderes vor mir ein Gebot eingibt und mein BOM dann einige Sekunden vor Ende genau den gleichen Betrag bietet, dann soll ich wegen BOM diesen Artikel bekommen... interessant, aber nein: Ein gleich hohes, früheres Gebot bekommt dann den Zuschlag!


«Andere Bieter, die ihre Gebote manuell abgeben, haben keine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken und den von ihnen gewünschten Artikel dennoch zu erwerben. Als Folge dieses Verfahrens kann der Nutzer der von dem Antragsgegner unter der Bezeichnung "Biet-O-Matic" angebotenen Software alle anderen Bieter von einem erfolgreichen Erwerb ausschließen und faktisch sicherstellen, dass allein sein Gebot erfolgreich ist.»


Super. Ein Programm, mit dem ich jede Auktion bei eBay gewinne. So eines will ich auch! So ist es aber natürlich nicht, denn es gewinnt entgegen der Darstellung von eBay.de nicht das letzte, sondern nur das höchste Gebot einer Auktion, egal, wann es abgegeben wurde. Durch den Einsatz von BOM schneidet sich ein Bieter eventuell sogar ins eigene Fleisch, denn bei einem manuellen Gebot, welches zu niedrig ist, kann er selber manuell nachlegen. Bietet er aber mit Hilfe von BOM zu niedrig, beraubt er sich selbst dieser Chance.


Grundsätzlich gewinnt bei jeder Auktion immer nur das höchste Gebot, wann das Gebot abgegeben wurde, spielt hierbei keine Rolle – so steht es sogar auf den eBay- Hilfeseiten zum Thema „Sniper“.

 

 

Sniper-Bestimmungen von ebay

 

 

Weiterhin behauptete eBay.de, dass dieses Programm die eigenen Provisionen, die eBay.de bei jedem verkauftem Artikel von dem Verkäufer erhält, schmälern würde und eBay.de doch wesentlich höhere Provisionen bei manuellem Bieten durch die User erzielen würde.


Dies ist zumindest unwahrscheinlich, denn:

Einige Auktionen laufen mitten in der Nacht wenn der Normal- User noch schläft oder während der normalen Geschäftsöffnungszeiten aus. Wer steht schon mitten in der Nacht auf, um auf einen Artikel zu bieten, es sei denn, er muss am nächsten Tag nicht arbeiten. Also würden viele Auktionen ohne Gebot auslaufen. Auch die Auktionen, die während der normalen Geschäftsöffnungszeiten auslaufen, wenn der normale Mensch arbeiten muss, würden entweder ohne Gebot dastehen oder zu einem wesentlich geringeren Preis verkauft werden. Nicht jeder hat die Möglichkeit, während der Arbeitszeit mal eben in eBay.de vorbeizuschauen, um auf einen Artikel zu bieten.

 

Das Gerichtsverfahren und das Urteil

Die Anhörung vor dem Landgericht Hamburg war recht kurz und wenig sachlich. Trotz aller Bemühungen sowohl durch Joachim, der sogar Eidesstattliche Versicherungen der BOM- Nutzer vorlegte, als auch durch das Engagement seines Anwaltes, wurde die EV am 27.02.03 bestätigt. Glücklicherweise wurden die Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von rund 4000 Euro durch die Spendenaktion nahezu abgedeckt.

Eine Verhandlung über eine EV am LG Berlin, die in selber Angelegenheit (und einen Tag früher) gegen einen anderen Sniper-Anbieter erfolgte, wurde dagegen abgelehnt; der Sniperdienst „Willi“ durfte weiterhin angeboten werden.

 

Freigabe der BOM- Quellen

Vor Inkrafttreten des Urteils gab Joachim als Dank für die Spenden die Quellen von BOM bei Sourceforge.net frei. Da er gemäss der EV das Programm „weder anbieten noch anbieten lassen“ durfte, zog er sich komplett aus dem Support und der Entwicklung von BOM zurück.

 

Die weitere Entwicklung

Damit nicht jeder in seinem stillen Kämmerlein sich seine eigene BOM- Version bastelt und später nicht hundert verschiedene BOM- Versionen das Internet belagern, haben sich mehrere Interessierte zusammengefunden, um BOM weiter zu entwickeln.

Ein Teil der Entwickler moderiert auch die BOM-Support-Group weiter, damit jeder, der Hilfe zu dem Programm braucht, diese auch bekommt.

 

Die Bitte

Jeder der BOM- Entwickler / BOM- Moderatoren hat eine Arbeitsstelle, Familie und ein Recht auf Freizeit, die er auch gerne mit seiner Familie verbringt.

Ich möchte jeden von euch daher bitten, hierauf Rücksicht zu nehmen, wenn eine Frage nicht sofort beantwortet wird. Auch unsere Entwickler sind nur Menschen und wenn ihr sie unter Druck setzt, was die Entwicklung von BOM angeht oder die Hilfestellung innerhalb der Group, werden diese Menschen die Freude an der Weiterentwicklung und der Moderation von BOM verlieren und ihr somit ein gutes Programm.

 

© Biet-O-Matic ist OpenSource. Entwickler: Das BOM Team; Unterstützung von: SourceForge.net; Webdesign:MAG